Die IT-Branche der Ukraine ist führend in Osteuropa
Wenn ein nationaler Branchenverband eine Ländervergleichsstudie veröffentlicht, ist es nicht verwunderlich, wenn das eigene Land dabei gut abschneidet. Nicht anders auch im Fall des soeben veröffentlichten Osteuropa-Reports der ukrainischen High-Tech-Initiative. Ein Blick auf die zu Grunde iegenden Daten bestätigt jedoch die Kernaussagen: Die Ukraine führt tatsächlich.
Heidelberg, 15.08.2008. Die Studie, die der ukrainische Branchenverband in der vergangenen Woche veröffentlich hat, nennt einen klaren Sieger. Der größte IT-Markt Osteuropas, gemessen sowohl am Umsatz als auch an der Anzahl der Anbieter, ist die Ukraine. Die wichtigste Nachricht dabei: Während in anderen Destinationen die Preise anziehen, bleibt die Ukraine erschwinglich – nirgendwo
sonst in Europa ist IT-Dienstleistungen so günstig zu haben wie in der Ukraine. Die Lohnkosten in den Bereichen Softwareentwicklung, Testen und rojektmanagement liegen dort bei weniger als die Hälfte des deutschen Niveaus.
Die Märkte in Polen, Rumänien, Ungarn und der Tschechischen Republik sind heißgelaufen – es ist außerordentlich schwierig geworden, dort überhaupt noch Mitarbeiter finden. Die Kosten für Büroflächen sind dort explodiert, wie eine Analyse der österreichischen CPB Immobilientreuhand zeigt: Bis zu 40 € altmiete pro Quadratmeter werden in Warschaus bester Lage verlangt: Das esteuropäische Niveau ist damit längst erreicht. Wer in Europa noch ostengünstig Software entwickeln lassen will, sucht deshalb außerhalb der EU-Grenzen, beispielsweise in der Ukraine.
Albrecht Metter, Geschäftsführer der Heidelberger ameria GmbH, kommentiert die Studienergebnisse: "Der EU-Beitritt hat die Wirtschaftslage in den Beitrittsländern verbessert, die Nachfrage nach IT-Kräften ist stark angestiegen. Die dortigen Arbeitsmärkte können den Bedarf nicht befriedigen, nun ziehen natürlich die Preise an".
Die Heidelberger ameria GmbH, führender deutscher Anbieter von Nearshoring-Services in der Ukraine, hat früh auf eine Produktion jenseits der EU-Grenzen gesetzt. Die Kosten der Lebenshaltung sind dort geringer, das Angebot an IT-Fachkräften ist hoch: So bleibt die Ukraine der günstigste Standort in Europa – nicht nur im Vergleich mit EU-Mitgliedern, sondern auch gesamteuropäisch: Selbst Kroatien und Serbien/Montenegro sind nicht so günstig wie die Ukraine.
Was bringt die Zukunft? Die Studie gibt verschiedene Expertenmeinungen wieder, ein gemeinsamer Nenner des gemischt besetzten Panels ist die positive Grundstimmung: Politische Stabilität, eine klare Westorientierung, eine funktionierende und wachsende Bildungslandschaft und ein ohes Ausgangsniveau lassen für die ukrainische IT-Industrie nur einen Schluss zu: Sie wird für den Bereich IT auf Jahre hinaus die führende Position in Osteuropa innehaben.



